Nachgefragt …
bei Katy Karrenbauer

Katy Karrenbauer im Amtsgericht? Wir alle kennen sie noch in ihrer Rolle der Christine Walter in der Serie „Hinter Gittern – der Frauenknast“. Und auch bei diesem Termin begab sich Katy Karrenbauer rein beruflich wieder hinter die Eisenstäbe. Die Schauspielerin war einer der geladenen Gäste, die zur Presseveranstaltung der #GibDirStoff-Kampagne kamen.

Interview

Was bedeutet Ihr Zuhause für Sie?

Katy Karrenbauer: Mein Zuhause ist für mich ein sehr wichtiger Ort, der mir Schutz und die Gelegenheit bietet, mich zurückzuziehen. Dennoch lebe ich nach dem Motto „Weniger ist mehr“. Im Gegensatz zu früher ist mein Stil heute eher „schnörkellos“. Weiß getünchte Wände treffen auf Naturtöne, Holz mischt sich mit Hochglanz, zwei große braune De-Sede-Sessel aus den 1960er-Jahren sorgen für Bequemlichkeit im kleinen Wintergarten mit Blick über die Dächer von Berlin. Kuhfelle auf Holzparkett geben einen wohnlichen Charakter, helle Kissen aus kuscheligen Stoffen und Kunstfell machen die Liegewiese schön „fluffig“.

Was ist Ihr liebstes Heimtextil (Gardinen, Vorhänge, Plaids, Polster, Bezüge) zu Hause?

Katy Karrenbauer: Meine liebsten Heimtextilien sind meine Kissen. In frühen Jahren und durch meine damals sehr geräumigen Wohnungen habe ich die Bezüge noch selbst genäht und liebe heute noch meine großen Bodenkissen, die zu einem gemütlichen Plausch „auf dem Boden der Tatsachen“ einladen.

Welches ist Ihr Lieblingsraum in Ihrer Wohnung?

Katy Karrenbauer: Ich wohne in einem Loft unter dem Dach mit offener Küche sowie Wohn- und Schlafelementen. Diesen großen, offenen Raum mit Ost-West Lage, in den die Sonne morgens hell hereinscheint, mag ich besonders. Hier trinke ich meinen ersten Kaffee auf meinem Balkon. Wenn es draußen zu kalt sein sollte, setze ich mich an den Kamin. Den Abend verbringe ich, wenn ich Zeit dazu finde, im Wintergarten mit Blick auf den Funkturm, dessen Beleuchtung in der Dunkelheit wechselt.

Sie sind oft unterwegs und verbringen viel Zeit an unterschiedlichen Orten. Wie erleben Sie das?

Katy Karrenbauer: Es kommt immer darauf an, wann und wo ich wie lange bin. Ich habe meine Lieblingshotels in unterschiedlichen Städten und wohne, wenn ich kann, genau dort. In Köln zum Beispiel bevorzuge ich das Savoy am Bahnhof. Die Zimmer sind ganz unterschiedlich – asiatisch, afrikanisch oder ganz schlicht – eingerichtet und ich mag das sehr.

Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass man es sich nahezu überall schön und gemütlich machen kann, um sich zu Hause zu fühlen. Vor zwei Jahren habe ich im Sauerland über drei Monate bei den Karl-May Festspielen gastiert. Dort habe ich mir eine Blockhütte auf eine Pferdeweide bauen lassen und sie eingerichtet. Eine überaus schöne und glückliche Zeit. Letztes Jahr habe ich bei den Piraten-Festspielen gastiert und in Boltenhagen gewohnt, direkt an der Ostsee. Dort habe ich sogar Tomaten angebaut. Ich lasse mich einfach voll und ganz auf den Ort ein, an dem ich gerade bin.

Wenn ich unterwegs bin, reise ich mit einem Stofftier namens „Gundi“, sie ist meine Reisegiraffe. Im Flieger eignet sie sich wunderbar als Nackenstütze und sie hat schon die halbe Welt mit mir bereist. Wenn ich länger verreise, nehme ich auch mein Schlafkissen mit und manchmal sogar meine Bettwäsche. Sie riecht nach Heimat und ich schlafe dann meist auch besser.

Wie schaffen Sie sich zu Hause Ihre eigene Wohlfühlzone, um abzuschalten?

Katy Karrenbauer: Kerzen, Kamin, angenehme indirekte Beleuchtung. Alle meine Lampen sind dimmbar, das ist mir sehr wichtig. Gute Gerüche in Form von frischen Blumen ergänzen mein Wohlfühlpaket. Dazu eine Kuscheldecke und alles ist fein.

Wie haben Sie damals die Zeit während der Dreharbeiten in einer kalten, ungemütlichen Zelle erlebt? Da war von Textilien ja weit und breit keine Spur.

Katy Karrenbauer: Das stimmt. Textilien waren Mangelware. Kalte Doppel-Stahlbetten, dazu eine graue, kratzige Tagesdecke und Einheitsbettbezüge; sicherlich nichts, bei dem man von „wohlfühlen“ sprechen kann. Kalte, nackte Wände gehörten ebenfalls dazu wie ein einfacher Tisch und zwei Holzstühle. Wenn man wie ich so viel Zeit an diesem Ort verbracht hat, darf man sagen, dass es einem auch manchmal aufs Gemüt schlug.

Auch unsere Aufenthaltsräume waren ja zum Beispiel vergittert, weil sie als Außenansicht ebenfalls zu unserem „Fernsehknast“ dazugehörten. Aber natürlich wusste man ja, dass man am Abend nach Drehschluss in die Freiheit gehen darf. Zu Hause ist einem dann besonders der Unterschied aufgefallen, welche Wirkung Heimtextilien eigentlich haben.

Wir haben gehört, dass Sie damals Innenarchitektin werden wollten. Was hat Sie davon abgehalten? Warum wollten Sie gerne diesen Beruf wählen?

Katy Karrenbauer: Ich habe es immer schon geliebt einzurichten und bin handwerklich begabt. Basteln und bauen, entwerfen, unterschiedliche Materialien zu mixen und daraus etwas Wohnliches zu schaffen, hat mich eigentlich von jeher interessiert. Mein Vater selbst ist Architekt und ich hatte damals den Traum, dass er die Häuser oder Hotels baut und ich sie dann fertig einrichte – von A bis Z. Aber dann brach ich die Schule ab und ging auf die Schauspielschule.

Dennoch: Auch heute berate ich gern Freunde, wenn es um ihre Einrichtung geht. Hätte ich Eigentum, würde ich sicher noch mal ganz anders leben, als ich es jetzt tue.

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