Glossar

Ajour

Ein Sammelbegriff für alle Stoffe, die mit einem feinen Lochmuster durchbrochen sind.

Allover

Eine Bezeichnung für ein klein gemustertes Stoffdessin, das gleichmäßig die ganze Stoffbreite überzieht, wie etwa Streublümchen oder Tupfen.

Applikation

Eine aufwendige Verzierung mit aufgenähten Stoffstücken, Perlen oder Pailletten.

Atlas

Eine andere Bezeichnung für Satin.

Ausbrenner

Ein transparentes Gewebe, bei dem das Muster entsteht, indem ein Teil der Fasern chemisch weggeätzt – also „ausgebrannt“ – wird.

Batik
Batik

Die Batik ist eine aufwendige Stoff-Färbetechnik mit alter Tradition in Indien und auf Java. Die Musterpartien, die keine Farbe annehmen sollen, werden mit Wachs abgedeckt, das später wieder entfernt wird. Bei der Schnurbatik werden diese Stellen mit Schnur abgebunden. Jedes Stück ist ein Unikat.

Batist

Ein feinfädiges, leichtes Gewebe in Leinwandbindung, meist aus Baumwolle oder Leinenmischung.

Baumwolle

Naturfaser aus dem Samenstand der Baumwollpflanze. Baumwolle lässt sich ausgezeichnet verspinnen und dauerhaft färben und hat den für Pflanzenfasern typischen trockenen Griff. Sie ist scheuerfester als Wolle, ein Grund, weshalb sie auch viel für Bezugsstoffe verwendet wird. Außerdem ist Baumwolle sehr reißfest und widerstandsfähig gegen Hitze - sie kann heiß gebügelt und gedämpft werden. Sie lädt sich nie elektrostatisch auf und lässt sich gut anrauen, etwa für Flanell.

Bindung

Mit Bindung wird in der Fachsprache die Art und Weise bezeichnet, in der sich die Kett- und Schussfäden im Gewebe verkreuzen. Die drei Grundbindungen sind Leinwand-, Köper- und Atlasbindung.

Bouclé

Ein Gewebe mit stark strukturierter, fast lockiger Oberfläche, das aus speziellen Bouclégarnen mit vielen kleinen Schlingen hergestellt wird. In Wollmischungen ein edler Bezugsstoff.

Brokat

Ein Juwel höchster Webkunst, der wohl kostbarste Stoff überhaupt. Entwickelt aus dem Seidendamast, der mit glitzernden Metallfäden durchzogen wurde – im 15. und 16. Jahrhundert mit echter Goldauflage. Nonplusultra: der Samtbrokat.

Changeant

Feines Gewebe in Leinwandbindung mit unterschiedlichen Garnfarben in Kette und Schuss. So entsteht je nach Lichteinfall ein „changierender“, also leicht schillernder Eindruck.

Chenille

Ein Velours, für den im Schuss das samtig-flauschige und eigens dafür hergestellte Chenillegarn verwebt wird.

Chintz

Ein Druckstoff, typischerweise geblümt und aus Baumwolle, mit glänzender Oberfläche. Gilt als der „englischste“ aller Stoffe.

Cord

Der Cordsamt ist mit seinen längs verlaufenden Samtrippen ein strapazierfähiger Bezugsstoff. Häufig aus Baumwollmischungen.

Crash
Crash

Eine geknittert wirkende Stoffstruktur, die dauerhaft ist.

Crêpe

Feiner Stoff mit leicht gekräuselter Oberfläche aus überdrehten Kreppgarnen. Die Edelversion ist der fast transparente Crêpe de Chine aus reiner Seide.

Damast

Der Damast hatte seine Blütezeit im Italien der Renaissance. Ein Luxusstoff, ursprünglich nur aus reiner Seide, bei dem sich das Ranken- oder Blütenmuster plastisch aus dem Fond hervorwölbt – auch bei der einfarbigen Version. Wenn er als Polsterstoff straff gespannt wird, verschwindet dieser Effekt.

Doppelgewebe

Aufwendiger Stoff aus zwei Gewebelagen, diepunktuell immer wieder miteinander verbunden sind.

Dreher

Selten gewordenes, transparentes Dekogewebe mit maschenartiger Ajour-Optik. Beim Weben werden die Kettfäden mit einer speziellen Technik umeinander verdreht.

Epinglé

Einer der strapazierfähigsten Bezugsstoffe überhaupt mit einer Oberfläche aus dichten, kleinen Schlingen. Meistens in Woll- oder Baumwoll- Qualitäten.

Fischgrat

Stoff in Köperbindung mit zickzackartig wechselnden Graten, die an ein Fischskelett erinnern. Klassisch in Schwarz-Weiß.

Flanell

Feiner, wärmender Stoff mit aufgerauter Oberfläche, meist aus Baumwolle oder Wolle. Letztere wird zusätzlich gewalkt, also leicht verfilzt, und durch Kalandern wieder geglättet. Typisch in meliertem Flanellgrau.

Flockprint

Stoff mit samtigem Muster, das nicht eingewebt, sondern aufgeflockt wird.

Hahnentritt

Klassisches Gewebe in zweifarbiger Köperbindung, dessen Muster an Fußspuren von Vogelklauen erinnert. Typisch in Schwarz-Weiß.

Ikat

Aufwendige Färbetechnik, bei der die Kettfäden schon vor dem Weben mustermäßig eingefärbt werden. Charakteristisch ist, dass sich die Ikatmuster beim Verweben etwas verziehen. Jedes Stück ist ein Unikat. Lange Tradition in Malaysia, Südamerika und auf Mallorca. Vergleichbar sind die edlen französischen Kettdrucke auf Seide.

Inbetween
Inbetween

Halbtransparenter Dekostoff, häufig in Leinenmischungen, wird als Vorhang oder Raumteiler verwendet.

Jacquard

Aufwendiger Stoff mit großen, eingewebten Mustern in Jacquardtechnik. Einer der berühmtesten Vertreter der Jacquardstoffe ist der Damast. Durch raffinierte Bindungswechsel beim Weben treten die Muster geradezu plastisch aus dem Fond hervor, selbst wenn der Stoff uni gehalten ist. Die Erfindung von Joseph-Marie Jacquard war 1805 eine Revolution, die eine einfachere Herstellung großformatiger Muster ermöglichte.

Keder

Stoffband mit innen liegender Schnur. Wird als Schmuck in die Nähte von Kissen oder Polstermöbeln eingearbeitet. Dem wattierten Keder gibt Polsterwatte anstelle der Schnur üppiges Volumen.

Kette

Die Längsfäden in einem Gewebe. Meist feiner und dichter als der Schuss.

Köper

Stoffe in Köperbindung zeigen eine typische Struktur aus diagonal verlaufenden Graten.

Kunstfaser

Synthetisch hergestellte Fasern wie Polyacryl, Polyamid, Polyester, Viskose.

Leinen

Naturfaser aus den Stängeln der Leinpflanze. Die Liste der positiven Eigenschaften ist lang: Leinen ist kaum elektrostatisch, sehr saugfähig und unempfindlich gegen Laugen, kann also häufig gewaschen werden. Es ist ein hervorragender Wärmeleiter, daher bei Hitze kühlend. Leinen fusselt nicht und ist extrem reißfest. Typisch ist sein trockener, meist leicht noppiger Griff – und seine Neigung zum Knittern.

Leinwandbindung

Die einfachste Bindungsart, bei der sich Kette und Schuss im Rhythmus eins auf, eins ab verkreuzen. Sagt also nichts aus über die Faserart – sie kann, muss aber nicht aus Leinen sein.

Loden

Wollstoff mit Tradition aus dem Alpenraum. Wird nach dem Weben aufgeraut, gewalkt und kalandert – also gefilzt und wieder geglättet. Von Natur aus Schmutz und Wasser abweisend, ein strapazierfähiger Deko- und Bezugsstoff.

Merzerisieren

Durch Tauchen in Natronlauge wird Baumwolle mercerisiert, das heißt, ihr wird ein dauerhafter Glanz verliehen.

Moiré

Glänzender Stoff mit einem edlen, marmorierten Wellenlinienmuster, das an Wasserzeichen erinnert. Kann geprägt oder jacquardgewebt sein. Ist nicht immer waschbeständig.

Nonwovens

Überbegriff für Vliesstoffe, die nicht durch Weben hergestellt werden. Ein Beispiel ist Filz.

Organdy

Ein gestärkter, halbtransparenter Baumwollstoff.

Organza

Hochfeines, halbtransparentes Seidengewebe in Leinwandbindung mit einer gewissen Steifigkeit.

Paisley

Klassisches Stoffmuster in Tropfenform mit umgebogener Spitze.

Piqué
Piqué

Ein Doppelgewebe mit reliefartiger Oberflächenstruktur, die wie abgesteppt aussieht. Der Waffelpiqué erhält sein Waffelmuster durch eine spezielle Bindung. Typisches Gewebe für Geschirr- und Handtücher.

Plissee

Stoff mit dauerhafter Fältelung.

Polyacryl

Eine Kunstfaser. Acrylfasern können mit vielen unterschiedlichen Eigenschaften produziert werden. Grundsätzlich sind sie leicht, weich, bauschig, gut wärmehaltend, fest und scheuer-, licht- und wetterbeständig. Polyacryl eignet sich für Mischungen mit Wolle, der es oft ähnelt, zur Herstellung von Webpelzen und strapazierfähigen Polsterstoffen.

Polyamid

Eine Kunstfaser. Es gibt eine Variante, die große Ähnlichkeit mit Seide hat. Sie ist farbbrillant,aber vergilbt nicht, knitterarm, aber plissierbar.Die andere Variante kann ähnlich wieAngora, Kaschmir, Alpaka oder aber Baumwolle erzeugt werden.

Polyester

Polyester ist eine Chemiefaser, die viele Eigenschaften annehmen kann. Allgemein ist Polyester besonders licht- und wetterbeständig, hochelastisch und knittert nicht. Deshalb wird er sehr oft für Gardinenstoffe verwendet. Er eignet sich für knitterreduzierte Leinen-, Woll-, Baumwoll- und Seidenmischgewebe sowie Seidenimitate. Polyester kann man plissieren und für Seersucker- oder Cloqué-Effekte einsetzen.

Posamenten

Sammelbegriff für textilen Schmuck und Zierrat wie Bänder, Bordüren, Fransen- oder Pomponborten und Quasten.

Rapport

Der Rapport bezeichnet den Abstand, nach dem sich das Stoffmuster wiederholt, in Zentimetern.

Reliefsamt

Ein Überbegriff für Samtgewebe mit einer Musterung, bei der sich samtige Partien reliefartig von einem glatten Fond abheben.

Rips

Gewebe mit deutlichen Längs- oder Querrippen.

Rosshaar

Aus den Schweifhaaren von Pferden (als Schuss) werden kostspielige, aber extrem strapazierfähige Bezugsstoffe gewebt.

Satin

Glänzend glatter, fließender Stoff in Atlasbindung. Der Satin heißt auch Atlas, denn er wird in der sogenannten Atlasbindung gewebt. Ein Gewebe besteht immer aus den Längsfäden (der Kette) und den Querfäden (dem Schuss). Für Atlas werden die Fäden am Webstuhl besonders dicht eingestellt. Die spezielle Webtechnik der Atlasbindung schiebt dann die Fäden so eng zusammen, dass beim Kettatlas an der Oberseite nur die Kettfäden sichtbar bleiben und beim Schussatlas nur die Schussfäden. Sie bilden eine geradezu spiegelglatte, glänzende Oberfläche, während die Unterseite matt erscheint.

Scherli

Gewebe mit fransenartig herausstehenden Schussfäden als Musterungseffekt.

Schuss

Die Querfäden in einem Gewebe, die am Webstuhl zwischen den längs verlaufenden Kettfäden hin und her „geschossen“ werden. Oftmals aus voluminöserem Garn als die Kette.

Seersucker

Stoff in Leinwandbindung mit Musterstreifen, die sich kreppartig wellen.

Seide

Naturfaser aus dem Kokonfaden des Maulbeerspinners. Neben ihrer Feinheit und ihrem noblen Glanz weist echte Seide eine hohe Elastizität und dabei Festigkeit (einen echten Seidenfaden kann man nicht von Hand abreißen), Knitterarmut und Geschmeidigkeit, eine besondere Leichtigkeit und dazu Isolationsfähigkeit auf. Dennoch bleibt sie eine empfindliche Schönheit – empfindlich gegen Laugen, Waschen, Säure, Hitze und UV-Licht. Gerade die Lichtempfindlichkeit muss man bedenken, wenn man Seide als Vorhang verarbeiten will, denn wenn sie starker Sonnenbestrahlung ausgesetzt ist, wird sie nach einigen Jahren brechen. Eine Abfütterung der Seidenschals mit einem anderen Gewebe beugt dem in gewisser Weise vor, beziehungsweise kann das Brechen eventuell um Jahre hinauszögern.

Taft
Taft

Glänzendes, zu charakteristischen Knitterfalten neigendes Gewebe in Leinwandbindung. Taft hat einen für ihn typischen matten und doch zugleich intensiven Glanz. Eine Raffinesse, um das noch zu steigern, ist es, in Kette und Schuss zwei unterschiedliche Farben zu verwenden, sodass der Stoff im Kolorit je nach Lichteinfall changiert.

Toile de Jouy

Druckstoff aus Baumwolle mit kupferstichartigen Motiven. Entstand im 18. Jahrhundert in Jouy-en-Josas bei Versailles und zeigt oft Schäferszenen oder Chinoiserien. Typisch französischer Dekostoff.

Trevira CS

Geschützter Markenname für eine schwer entflammbare, pflegeleichte Polyesterfaser. Der Zusatz CS steht für „Comfort und Sicherheit“.

Tweed

Ursprünglich in Schottland hergestellter Wollstoff in Köperbindung. Meist in Naturtönen meliert, oftmals mit kleinen Noppen. Ein strapazierfähiger Bezugsstoff.

Velours
Velours

Anderer Begriff für Samtgewebe. Das Samtige am Velours ist sein Flor, in der Fachsprache auch Pol genannt. Die Herstellungstechnik ist heute im Prinzip noch dieselbe wie einst in Venedig: Dicht eingezogene Längsfäden (die Polkette) werden beim Weben im Webstuhl über dünne Ruten gelegt. Dadurch entstehen Schlingen, die dann aufgeschnitten werden und so den Flor bilden. Moderne Webautomaten lassen Samte auch aus den Schussfäden entstehen oder aus zwei Gewebelagen, die in einem gewebt und später auseinandergeschnitten werden.

Viskose

Eine Kunstfaser aus Zellulose. Sie ist sehr weich und schmiegsam, seidig glänzend, hervorragend färbbar, aber nicht sehr nassfest.

Voile

Federleichter, transparenter Dekostoff in Leinwandbindung. Verschiedene Versionen: edel in Seide, häufig aus Kunstfasern, natürlich aus feinem Leinen oder Baumwolle.

Wirkstoffe

Diese Stoffe werden nicht gewebt, sondern „gewirkt“, das heißt wie ein Gestrick als Maschenware hergestellt

Wolle
Wolle

Naturfaser vom geschorenen Schaf. Gute Wollstoffe sind quasi knitterfrei, da Wolle sehr dehnbar und elastisch ist. Von Natur aus ist das Tierhaar nicht nur schmiegsam und sehr wärmehaltend, sondern auch Schmutz abweisend, schwer entflammbar, unempfindlich gegen Säuren und, mit Ausnahme von Angora, nicht elektrostatisch. Mit Hitze, Druck und Feuchtigkeit kann man sie filzen – oder auch dauerhaft plissieren. Die Mankos: Wolle ist nicht sehr reißfest, empfindlich gegen Laugen.

Zellulose

Hauptbestandteil der pflanzlichen Zellwände. Alle natürlichen Pflanzenfasern – also Baumwolle, Leinen, Hanf, Ramie, Bast – bestehen aus Zellulose. Kann auch chemisch aus Holzspänen oder Bambus herausgelöst und wieder zu künstlichen Fasern ausgesponnen werden, wie etwa für Viskose.