Eine Gardine ist kein Vorhang

Die Begriffe mögen eindeutig sein, ihr Gebrauch ist es sicher nicht. Ist von Gardinen und Vorhängen die Rede, geht oft einiges durcheinander. Doch worin besteht eigentlich der Unterschied?

Neugierigen Blicken zeigen sie die kalte Schulter. Direkte Sonneneinstrahlung bringt sie keinesfalls ins Schwitzen und Zugluft lassen sie einfach außen vor. Seite an Seite hängen Gardinen und Vorhänge vor unseren Fenstern und zeigen sich in vielen Punkten ausgesprochen einträchtig. Unter dem Oberbegriff der Fensterdekoration schaffen sie eine wohnliche und individuelle Atmosphäre. Die architektonische Wirkung eines Raumes rücken sie im wahrsten Sinne des Wortes ins rechte Licht. Und selbst in puncto Akustik mischen die Textilien vor dem Fenster kräftig mit. Oft werden Gardinen und Vorhänge in ihrem sprachlichen Gebrauch gleichgesetzt. Trotz aller Gemeinsamkeiten, die Gardinen und Vorhänge aufweisen, steht jedoch eins fest: Gardinen und Vorhänge sind keineswegs dasselbe.

Vorhang auf für die Gardine

Der Ursprung des Wortes Gardine findet sich im niederländischen und niederdeutschen Wort gordijne, wo ihm die Bedeutung des Bettvorhangs zukommt. Dabei ist das entscheidende Merkmal der Gardine eindeutig: Sie zeigt – im Gegensatz zum Vorhang – Transparenz. Glatt oder gemustert präsentiert sie sich in den verschiedensten Qualitäten und Macharten. Zarte, transparente Stoffe wie feinfädiger Batist und luftig-leichter Voile oder auch durchbrochene Spitze schmücken das Fenster entweder komplett oder als kurze, oft mittig angeordnete, Scheibengardine. Moderne, meist aus Chemiefasern hergestellte Gardinen sind pflegeleicht, formstabil und unempfindlich gegenüber UV-Strahlen. Sie dämpfen den Lichteinfall dezent oder inszenieren ihn gar dramatisch, in jedem Fall aber lassen sie ihn zu.

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Auftritt: der Vorhang

Abdunkelnde bis verdunkelnde Eigenschaften und entsprechende Materialien hingegen sind dem Vorhang vorbehalten. Ein schwerer Samtbrokat verdunkelt zugezogen und schmückt zeitgleich den Raum. An die jeweilige Mode der Zeit angepasst, bereichert der Vorhang die Inneneinrichtung schon seit Kaiser Augustus als stilbildendes Element. Wird der Vorhang vor der Gardine als Seitenschal angeordnet, lässt er sich unkompliziert zuziehen, um bei Bedarf einen zuverlässigen Sichtschutz zu bieten. Hinter der Gardine oder als Seitendekoration stellt er seine optischen Vorzüge in den Vordergrund, wenn er zum Beispiel. das Muster einer Gardine farblich füllt. Der Vorhang kann in der Länge variieren. Im Gegensatz zur Gardine, die oft nur bis zur Fensterbank reicht, beeindruckt er aber nicht selten mit bodenlangem Design.

Was dekoriert Dein Fenster?

Nennen wir das Kind also beim Namen! Genießen wir die sanften Sonnenstrahlen, die durch die Gardine fallen und die Wohnung in warmes Licht tauchen. Und bei Bedarf ziehen wir die Vorhänge zu. Denn auch, wenn sich Gardinen und Vorhänge Seilsysteme, Vorhangstangen oder Gardinenschienen teilen, meinen ihre Begriffe nicht ein und dasselbe.

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